Computerspiele auf dem Laptop – so holst du das Meiste raus

Gaming auf dem Laptop kann eine schöne Sache sein – du kannst unterwegs spielen und hast keinen klotzigen PC-Tower, der wertvollen Platz wegnimmt. Aber natürlich hat das Spielen von Computerspielen auf dem Laptop auch Schattenseiten wie geringere Performance, limitierte Akku-Kapazität und mehr. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du aus deinen Gaming-Sessions am Laptop noch mehr rausholst, also die typischen Nachteile reduzierst oder ganz umgehst.

Cloud Gaming Angebote nutzen

Dein Laptop hat nicht gerade die beste Prozessor-Performance oder Grafik-Power, du möchtest aber trotzdem modernste Games flüssig und mit detailreicher Grafik spielen? Kein Problem, mit Cloud Gaming geht das. Unter Cloud Gaming versteht man Online-Services, welche die rechenintensiven Grafik- und Physik- Berechnungen für dich übernehmen und dir Ton und Bild des Spiels per Stream auf den Laptop schicken.

Vorteile

Hier einige Vorteile von Cloud Gaming auf dem Laptop:

  • Keine Systemvoraussetzungen (außer vielleicht einen modernen Browser): Dein Laptop kann 10 Jahre alt sein – egal, das Spiel läuft auf den Servern des jeweiligen Anbieters.
  • Akkuschonend: Da dein Laptop fast nichts tun muss, außer dir Bilder und Töne aus dem Spiel zu präsentieren und deine Tastatur- und Maus-Eingaben an den Anbieter zu schicken, hält dein Akku bei einer Cloud Gaming Session länger – nicht gerade unwichtig für Laptop-Gamer wie dich und mich
  • Dein Spielstand ist sicher: Sollte dir dein Laptop doch irgendwann mal verloren gehen, so hast du zumindest noch deine Spielstände auf den Servern des Cloud Gaming Anbieters (und hoffentlich ein Backup deiner restlichen wichtigen Daten!).
  • Auf anderen Geräten weiterspielen: Du bist unterwegs und hast deinen Laptop nicht dabei, möchtest aber trotzdem weiterspielen? Das geht – viele Cloud Gaming Anbieter ermöglichen es dir, Spiele nahtlos auf Smartphone, Tablet oder einem anderen Computer fortzusetzen.

Nachteile

Natürlich hat Cloud Gaming, wie jede Technologie, auch Nachteile. Hier habe ich meine persönlichen Top 3 für dich aufgelistet:

  • Gutes Internet vorausgesetzt: Wenn das Herunterladen eines Spiels bei dir schon einen ganzen Nachmittag dauert (kein Scherz, exakt diese Situation hatte ich in meiner ersten Wohnung vor ca. 8 Jahren), dann ist Cloud Gaming eher nicht für dich, weil buffern und laggen dich total aus dem Spielgeschehen rausreißen würden, falls du überhaupt bis zum Starten des Spiels kommst
  • Monatliche Kosten: Cloud Gaming Dienste kosten meist zwischen 7 und 20 Euro pro Monat, was für manche schwierig zu rechtfertigen ist, die in der heutigen wirtschaftlichen Situation sehr aufs Geld achten müssen. Vereinzelte Anbieter haben auch ein Gratis-Paket, das ist aber in der Funktionalität und / oder in der Spieldauer pro Monat eingeschränkt
  • Anbieterbindung: Manche Anbieter wie Google Stadia erfordern es, dass du die Spiele direkt bei ihnen kaufst – wenn du kündigst, sind die Spiele und damit auch deine Spielstände weg. Nicht alle Anbieter folgen jedoch diesem Geschäftsmodell, bei Anbietern von „virtuellen Gaming PCs“ kannst du ganz normal Steam & co installiere und.

So geht’s

Ok, genug zur Theorie. Hier ist eine kleine Schritt für Schritt Anleitung für den Einstieg in Cloud Gaming mit dem Laptop.

  1. Überlege dir, was dir wichtig ist: Bevor du dich an die Anbieter-Auswahl machst, solltest du dir deine Auswahlkriterien überlegen. Was ist dir am wichtigsten – Preis, Spiele-Auswahl, Cross-Plattform Gaming (also Spiele z.B. sowohl auf dem Laptop als auch am Smartphone spielen) oder was ganz anderes? Steht deine Anforderungsliste, dann lass uns weitermachen.
  2. Finde einen passenden Anbieter: ShadowTech, Stadia, Vagon … es gibt so viele verschiedene Anbieter mit oft komplett gegensätzlichen Konzepten, Technologien und Geschäftsmodellen. Schau dich um und nutze kostenlose Probephasen oder Gratis-Pakete, um dir selbst ein Bild von der Qualität des Angebots zu machen. Am Ende dieser Liste habe ich meinen Cloud Gaming Artikel mit Anbietervergleich verlinkt.
  3. Installiere Spiele: Hast du einen Cloud Gaming Service gefunden, bei dem du bleiben möchtest – oder hast ein kostenlosen Account zum Testen erstellt? Dann installiere einige Spiele und führe alle Schritte durch, die du vor dem Spielbeginn abschließen musst.
  4. Lege los: Starte das Spiel und dann wird losgezockt – viel Spaß mit Cloud Gaming auf deinem Laptop

Weitere Infos und einen Anbietervergleich gibt es in meinem ausführlichen Artikel speziell zu Cloud Gaming.

Externe Grafikkarte nutzen

Deine Internetverbindung ist zu schleicht für Cloud Gaming oder du möchtest deine Spielstände keinem solchen Unternehmen anvertrauen, dann gibt es auch andere Möglichkeiten. Eine davon ist das Anschließen einer externen Grafikkarte, um aus älteren Laptops immer noch hochauflösende und ruckelfreie Spielerlebnisse rauszuholen.

Vorteile

Schauen wir uns nun die wichtigsten Vorteile von externen Grafikkarten fürs Gaming am Notebook genauer an:

  • Mehr Grafikpower: Das ist ja der Hauptgrund dafür, eine externe Grafikkarte zu nutzen. Ruckelfreie, detailgetreue und realistisch wirkende Spielwelten machen das Gaming-Erlebnis noch immersiver
  • Du musst deinen Laptop nicht aufschrauben: Ich bin sehr ungeschickt, was „Hardware-Basteleien“ angeht. Als gelernte Software-Entwicklerin habe ich keine Probleme mit abstraktem Code aber meinen Computer aufschrauben und irgendwelche Teile wechseln … nee danke, da mache ich wahrscheinlich noch was kaputt. Wenn es dir genauso geht, sind externe Grafikkarten eine gute Alternative zu einem internen Grafikkarten-Upgrade.
  • Sie werden immer günstiger: Früher hat eine externe Grafikkarte gerne mal einen Tausender gekostet, dank der rasanten Steigerung der Rechenleistung ist eine gute Grafikkarte heute schon für wenige Hundert Euro zu haben.

Nachteile

Dies sind die größten Nachteile, die mir während meiner Recherche aufgefallen sind:

  • Nicht sehr mobil: Bei Cloud Gaming gab es den Vorteil, dass du deine Spiele überall mit hinnehmen konntest. Deine aufgerüstete Grafik-Performance hast du hingegen nur dann zur Verfügung, wenn du deine externe Grafikkarte dabei hast – was unterwegs sehr wahrscheinlich nicht der Fall ist, da diese Geräte oft um einiges größer und schwerer sind, als dein Laptop selbst.
  • kostet extra Strom: Hast du, wie ich, einen leistungsfähigen aber etwas älteren Laptop, dessen Akku schon bessere Tage … ähm Jahre … gesehen hat? Dann ist eine externe Grafikkarte vielleicht nichts für unterwegs, da sie gerade bei grafikintensiven Spielen viel Akku verbraucht
  • Kabelgebunden: Das schöne beim Zocken am Laptop ist doch, dass man sich mit dem Gerät mal an den Schreibtisch und mal aufs Sofa setzen kann. Das ist aber bei der Nutzung einer externen Grafikkarte selten der Fall, da du sie per Kabel anschließen musst und solche Kabel meistens nicht besonders lang sind.

So geht’s

Du möchtest mit einer externen Grafikkarte (GPU) durchstarten? Dann habe ich hier eine Schritt-für-Schritt Anleitung für dich:

  1. Deine Anforderungen auflisten: Was möchtest du mit deiner externen Grafikkarte genau erreichen? Soll sie moderne Spiele auf mittlerer Detail-Einstellung flüssig darstellen oder z.B. High-End Virtual Reality Gaming ermöglichen? Überlege dir, was du erwartest und was nur „nice-to-have“ wäre. So kannst du jetzt viel gezielter recherchieren.
  2. Dein Budget festlegen: Von wenigen hundert bis einigen tausend Euro gibt es eine große Preisspanne bei externen Grafikkarten für den Laptop. Deswegen ist es wichtig, sich ein Budget zu setzen und dabei zu bleiben, selbst wenn man die „ultra-coolste“ GPU findet, die nur ein kleines Bisschen über dem eigenen Budget liegt.
  3. Die passende externe GPU finden und bestellen: Jetzt wo du eine Anforderungsliste und ein Budget hast, kannst du dich auf die Suche machen. Schaue in Onlineshops, Elektronikmärkten & co, was gerade angeboten wird. Vergleiche Preise und lasse dich ggf. beraten. Da es in diesem Bereich so oft Änderungen gibt, kann ich in diesem Artikel leider keine Kaufberatung anbieten.
  4. In Betrieb nehmen und Anschließen: Folge jetzt der Betriebsanleitung im Paket, das du gerade geliefert bekommen oder aus dem Laden mit nach hause genommen hast. Du musst ggf. Grafik-Treiber installieren oder Einstellungen konfigurieren.
  5. Fertig: Alles ist erledigt, ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Zocken mit deiner externen Grafikkarte für dne Laptop

Weitere Methoden

Hier noch einige weitere Methoden, die Leistung deines Laptops zu verbessern oder anderweitig dein Gaming-Erlebnis am Notebook zu optimieren.

Einstellungen ändern

Du kannst softwareseitig einiges tun, um deinen Laptop für moderne Spiele fit zu machen. Da wären z.b. Grafiktreiber-Einstellungen, die du ändern kannst, oder du könntest ggf. die Batteriespar-Optionen für die Nutzung des Laptops im Akkubetrieb deaktivieren.

Was du ändern kannst und wie viel es bringt, hängt von vielen Faktoren wie der Hardware deines Laptops, deren Zustand, deinem Betriebssystem und anderen Dingen ab. Deshalb kann ich dir hier leider keine spezifischen Empfehlungen mit auf den Weg geben. Informiere dich und experimentiere ein bisschen, es macht Spaß und bringt dir ein besseres Gaming-Erlebnis.

Hardware-Upgrade

Eine der ersten Dinge an die man denkt, wenn es um die Verbesserung der Leistung deines Laptops geht – Hardware aufrüsten. Du kannst z.B. eine bessere Grafikkarte, einen schnelleren Prozessor oder mehr Arbeitsspeicher einbauen.

Bedenke aber bitte, dass nicht jede Komponente mit jedem Laptop kompatibel ist (das Gehäuse gibt z.b. vor, wie viel Platz im Inneren deines Laptops für Upgrades etc. verfügbar ist) und dass du deine Garantie eventuell verlierst, wenn du dein Notebook aufschraubst.

Streamen von einem anderen PC oder einer Konsole

Hast du einen Desktop-PC zu hause, möchtest aber auch unterwegs mit deinem etwas älteren Laptop weiterspielen? Das ist ganz einfach möglich: Nutze ein „Remote Desktop“ Programm, um dich mit deinem Laptop per Internet auf deinen Desktop-PC zu verbinden. Somit wäre dein Desktop-PC wie ein virtueller Gaming-PC eines Cloud-Anbieters, nur dass er dir gehört und du somit alles damit machen und auf alle installierten Spiele zugreifen kannst.

Eine ähnliche, etwas unkonventionelle Methode ist das Nutzen deiner Spielekonsole als „Gaming-PC“. Wenn du die richtigen Anschlüsse an deinem Laptop hast, kannst du deine Konsole anschließen und so das Konsolen-Gameplay auf deinem Laptop-Monitor sehen. Die Steuerung funktioniert zwar immer noch über den Controller und nicht über Tastatur und Maus, dafür musst du aber nicht am Fernseher sitzen sondern kannst dich frei bewegen – solange das Kabel zwischen Laptop und Konsole reicht.

Allgemeine Tipps fürs Zocken am Laptop

Nach diesen Vorteilen, Nachteilen und How-To’s für die verschiedenen Methoden, beim Spielen mehr aus deinem Laptop raus zu holen, habe ich hier noch einige allgemeine Tipps zu diesem Thema:

  • Spiele nicht auf Akku-Betrieb: Speziell Gaming-PCs fahren ihre Performance dann hoch, wenn sie ans Netzteil angeschlossen sind. Außerdem könnten Maßnahmen des „Batteriesparmodus“ (z.B. ab 10 oder 20 Prozent verbleibender Akkuleistung) dein Spielerlebnis beeinträchtigen.
  • Achte auf andere Programme, die im Hintergrund Ressourcen verbrauchen: Du hast einen leistungsstarken Laptop und eine gute Internetverbindung, deine Spiele ruckeln aber trotzdem? Schau z.B. im Task-Manager von Windows (oder dessen Äquivalent auf anderen Betriebssystemen) nach, welche anderen Programme still und heimlich im Hintergrund viele Ressourcen beanspruchen.
  • Sorge für gute Belüftung: Laptops können selbst bei nur mäßig grafisch anspruchsvollen Spielen heiß laufen – das weiß ich aus eigener Erfahrung. Damit dein Laptop nicht mitten in einer Siegesserie herunter fährt oder sogar Schaden nimmt, sorge dafür, dass die Belüftungsschlitze frei sind und ausreichend Luft zirkulieren kann.

Ich hoffe, diese Tipps werden dir helfen. Zum Schluss plaudere ich noch ein bisschen aus dem Nähkästchen, was meine eigenen Erfahrungen mit Laptop-Gaming betrifft.

Meine eigenen Erfahrungen

Ich habe seit 2012 keinen Desktop-PC mehr sondern spiele nur noch am Laptop oder an einem Mobilgerät wie Tablet oder Smartphone (und seit kurzem auch an meinem Standalone-VR Headset). Unzählige Stunden habe ich mit dem Zocken am Laptop verbracht und wollte dir diesen Artikel zur Verfügung stellen, damit du von meinen Erfahrungen profitieren kannst.

Eine externe Grafikkarte habe ich nicht genutzt, aber ich habe diverse Cloud Gaming Anbieter getestet und auch hin und wieder (wenn auch selten) Einstellungen angepasst, um die CPU- und / oder Grafikleistung meines Laptops zu verbessern.

Ich habe definitiv die Erfahrung gemacht, wie Laptops beim Spielen heiß laufen und einem durch die Kleidung hindurch fast die Oberschenkel verbrennen, wenn man den Laptop ohne Tisch nutzt (und z.b. mit Laptop auf dem Schoß auf dem Sofa sitzt). Auch sonst habe ich die Nachteile aber auch die Vorteile von Laptop-Gaming erlebt.

Die Freiheit, überall zu spielen, ist eine große Stärke von Laptops. Hin und wieder schlage ich mir die Zeit langer Zug- oder Fernbusfahrten mit dem Spielen von Computerspielen auf dem Laptop um die Ohren. Dafür muss ich aber auch die geringere Performance im Vergleich zu Desktop-PCs in Kauf nehmen – und vor allem der Fakt, dass die mitten in einer richtig gut laufenden Runde der Akku ausgehen kann – wie ärgerlich!

Deine Expertise ist gefragt

Ich weiß noch längst nicht alles – gerade im Bereich von Hardware-Upgrades und -Anpassungen. Tipps, Fragen und Erfahrungen rund um Gaming am Laptop kannst du mir gerne in die Kommentare unter diesem Artikel schrieben. Sag mir auch gerne, worüber ich als nächstes schreiben sollte.

Du erreichst mich auf Twitter, Instagram, YouTube & co unter dem Nutzernamen @SaskisNerdtalk, schau doch gerne mal vorbei.

Vielen Dank fürs Lesen und bis bald,

Deine Saski von Saski’s Nerdtalk

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Saski

About the Author

Saski

Ich bin die Betreiberin vom Blog, YouTube-Kanal und Podcast von Saski's Nerdtalk. Ich bin gelernte Fachinformatikerin - Anwendungsentwicklung und arbeite seit 3 Jahren als Webentwicklerin in Berlin. Neben der Entwicklung von Websites begeistere ich mich für das Internet, die YouTube-Szene, Gadgets, Virtual Reality, Smartphones und einige Games.

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