Eröffnung des ersten VR Kinos mit VRSync Technologie

Gestern, am 9. Mai 2018, wurde im Kölner Kino „Lichtspiele Kalk“ das erste regelmäßig stattfindende, fest installierte VR Kino mit VRSync-Technologie eröffnet. Diese von Evrbit entwickelte Technologie ermöglicht das gemeinsame Erleben von VR-Inhalten, da man keine Kopfhörer aufhat – die Videodaten werden auf das eigene Headset gestreamt, aber der Sound kommt aus einem 7.1 Surroundsound System, das im Raum aufgebaut ist. So bekommt man zB mit, wenn der Sitznachbar lacht oder wenn ein FIlm kurz anmoderiert wird. Zuvor war diese Art des VR Kinos nur bei einigen Messen, Konferenzen und Events (zB auf der Cebit 2017 – hier mein Eventbericht) zu erleben, nicht aber regelmäßig (jeden ersten Mittwoch im Monat) an einem festen Veranstaltungsort.

Der Beginn

Ich war etwas früh dran, da ich mir bei allen Reisen immer einen großen Zeitpuffer einplane, falls ich mich wegen meiner angeborenen Sehschwäche nicht gleich zurechtfinde. Es waren noch 40 Minuten bis zum Start, als ich bei den Lichtspielen Kalk ankam. Am Eingang wurde ich gleich nett mit den Worten „Hallo Saskia, hier bist du richtig“ begrüßt. Dass mich die Leute von Evrbit nach über einem Jahr seit dem VR-Kinoabend auf der CeBIT 2017 sofort wieder erkannt haben, hat mich positiv überrascht. Ich wartete noch ca. eine halbe Stunde draußen, weil ich dachte dass noch zu wäre. Als aber andere Gäste in das Foyer des Kinos gingen, entschloss auch ich, die glühende Mittagshitze dieses warem Tages zu verlassen. Ich bekam die Pressemeldung und weitere Infos zu Evrbit in die Hand gedrückt, was mir bei meinem Blogpost sehr hilft – denn ich konnte mir die Namen aller gezeigten Filme natürlich nicht merken. Ich redete mit einigen Evrbit Mitarbeitern, genoss die abkühlend-erfrischenden Freigetränke und wartete auf die Öffnung des Kinosaals für diese spannende VR Technologiepremiere.

Dann ging es los. Ich suchte mir einen Platz und wir wurden gebeten,  die Brillen noch nicht aufzusetzen, denn vor den Filmen gab es noch eine kurze Gesprächsrunde zwischen den Verantwortlichen von Seiten des Kinos und von Evrbit. Dort wurde die VR Sync Technologie kurz erklärt und auch erläutert, warum Kino als „Innovationsort seit über 100 Jahren“ genau der richtige Erlebnisort für gemeinsame VR-Erlebnisse ist.

Die Filme

Danach wurden die Filme gezeigt. Zwei davon kannte ich schon. Natürlich gab es, wie bei jeder Kinovorstellung, Werbung. Hier aber nicht für ein Produkt sondern für eine Region. Als dieser Film angekündigt wurde und die Worte „macht viel Spaß“ gesagt wurden, nickte ich wollte am liebsten raus rufen „Auf jeden Fall, der ist super!“, denn er war einer meiner Highlgihts vom CeBIT VR-Kinoabend.

Ein bisschen Heimweh

So heißt der Werbefilm für die Region „Ammergauer Alpen“. Eine junge Frau zieht für ein Auslandsjahr von zuhause aus. Ihre Eltern geben ihr eine VR-Brille mit, um sich bei Heimweh zumindest virtuell nach zuhause zu teleportieren. Sie befindet sich im Zug als sie die Brille aufsetzt und man nun ihre Perspektive einnimmt. In einer Seilbahn-Gondel fährt man durch eine Berglandschaft, man fährt eine Sommerrodelbahn herunter, sitzt mit dem Vater beim Essen und bekommt durch weitere Szenen weitere Eindrücke von der Region.

In dem Film wird mit den Möglichkeiten von 360° gespielt. So sagt der Vater am Tisch zB „Schau mal wer da ist“, man schaut kurz vom Teller weg und wenn man wieder hin schaut sagt er „hattest du nicht drei Knödel…“ Er hat einen einfach kurz abgelenkt, um den dritten Knödel zu mopsen und selbst zu essen. Es ist ein toller Film der zeigt, dass Werbe- oder Imagefilme nicht langweilig oder marketinglastig daher kommen müssen. Der Film wurde übrigens mit günstignn 360° Kameras gedreht, die nicht extra für Filmemacher sondern eher für normale Endverbraucher gedacht sind. Teures Eqipment ist also nicht nötig, um eine tolle Geschichte zu erzählen.

Invasion!

Dieser Film ist recht bekannt und ich glaube ihn schon mal geshen zu haben, bin mir aber nicht sicher. Meine Sicht wurde etwas von den beschlagenen Gläsern der VR-Brille getrübt, denn es war ein wirklich hochsommerlich heißer Tag, obwohl wir erst Mai haben. In dieserm amerikanischen VR-Animationsfilm schaut man einem kleinen weißen Häschen zu, wie es versucht die Invation der Erde durch ein Ufo und dessen Insassen zu verhindern. Ein wirklich schöner Film mit der Message „auch die, die klein oder schwach wirken, können die Welt retten“.

Was wollten Sie in Berlin?

Auch diesen Film kannte ich von dem CeBIT Event. Hier die Beschreibung des Films von meinem damaligen Eventbericht:

diesem VR-Film ist man ein politischer Gefangener in einem Stasi-Gefängnis. Man ist abwechselnd in seiner kleinen Zelle und in einem Besprechungsraum/Büro, in dem auf einen eingeredet wird, doch endlich sein Schweigen zu brechen und zu kooperieren.

Ein anderer Teilnehmer der VR-Kino Eröffnung sagte während der Q&A Runde, dass die 360° Ansicht gegenüber einem normalen 2D-Film „keinen Mehrwert bietet“. Ich respektiere seine Meinung natürlich aber für mich ist es schon etwas anderes, ob man sich in der engen Zelle befindet  bzw. der Verhör-Leiter dirket auf einen zugeht oder ob man nur von außen draufschaut. Das Gefühl mitten im Geschehen drin zu sein, statt nur zuzuschauen, verstärkt das Erlebnis fü rmich persönlich sehr.

Gauguin – Entdeckungsreise zum eigenen ich

Dies ist der Film, der durch die kurzfristige Zusage von ARTE zur Content-Partnerschaft hier gezeigt werden konnte. Es macht Kunst, genauer die Werke des Malers Gauguin in einer schönen, sich ständig wandelnden 360° Welt erlebbar.

Heal tomorrow

In diesem Musikvideo dreht sich wortwörtlich alles um den Zuschauer. Links, rechts, vorne, hinten, oben und unten passieren um einen rum allerlei Dinge. Man möchte überall gleichzeitig hinschauen, um nichts zu verpassen. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Musikvideos, aber das hier hat mir wirklich gut gefallen, da es die Möglichkeiten von 360° voll ausnutzt und mit unterhaltsamen Inhalten füllt.

Concious Existance

Dieser wunderschöne Film der Filmakademie Ludwigsburg lässt uns atemberaubend schöne Szenen (von Wald über Wasser bis zu Feuerwerken) aus den staunenden Augen eines Kindes erleben. Das Wunder, zu leben und diese Eidrücke bewusst wahrnehmen zu können, nebmen wir sonst einfach so hin und denken gar nicht daran – hier soll uns klar werden, was für ein wertvolles Geschenk das doch ist. Dieser Film wurde uns zurecht als „filmisches Highlight“ angekündigt. Es war auch mein persönliches Highlight der Veransltung. Übringens war für das Rendering dieses Films immens viel Rechenleistung nötig, vieviel genau habe ich aber leider vergessen – es war aber eine wirklich beeindruckende Menge an Computer-Ressourcen.

VR-Headsets technisch nicht perfekt

Bis jetzt habe ich sehr viel Positives gesagt, weil mir die Filme und die VR-Technologie hinter dem 360° Kino auch wirklich gut gefallen, aber natürlich ist keine Technik perfekt. Als Headsets wurden Samsung Gear VR Brillen (Baujahr 2015) eingesetzt. Die Gläser dieser Brille waren gerade an einem heißen Tag wie gestern schnell und öfters beschlagen. Auch waren sie nicht sehr leicht, wie jemand in der Q&A Runde anmerkte. Bei sehr dunklen Szenen habe ich doch öftsrs ein leichtes Bildrauschen wahrgenommen und die Ausrichtung der Brille (wo genau vorne, links und rechts sit) hat sich während des Films öfters verschoben, gerade wenn ich mich viel umgesehen habe, statt wie im traditionellen Kino immer nur nach vorne zu schauen. All diese kleinen Schwächen der VR-Headsets haben mich (außer bei „Invasion1“ wo die Gläser bei mir so gut wie komplett beschlagen waren) nicht vom Genuss dieser tollen, abwechslungsreichen VR-Erfahrungen abgehalten.

VR Kino 2.0 – gemeinschaftlich und interaktiv

Nachdem das offizielle Programm vorbei war und das Fingerfood-Buffett eröffnet wurde, gab es für technisch Interessierte noch eine Demo vom VR-Kino 2.0, das sich momentan noch in der Testphase befindet. In diesem ist die VR-Brille mit dem Sitz verknüpft, sodass man im virtuellen Kinosaal am gleichen Platz sitzt wie in der realen Welt. Jeder Besucher hat einen simplen, generischen Avatar. Man kann seine Sitznachbarn und auch deren Kopfbewegungen im virtuellen Kino sehen und man kann durch das Fokussieren bestimmter Punkte Dinge auswählen. So könnt man zB für einen Film oder dessen Ende abstimmen. Die Betreiber des VR-Kinos können festlegen, wie viele Personen (bzw. welche Prozentzahl) eine Option ausgewählt haben müssen, damit diese das Voting gewinnt. Wenn die Abstimmung abgeschlossen ist, verschwindet der virtuelle Kinosaal durch eine stilvolle Überganngsanimation und der ausgewählte Film / Film-Abschnitt wird in 360° abgespielt.

Fazit

Das Event und die Filme haben mir richtig gut gefallen. Ich bin weiterhin ein Fan von der VR Sync Technologie von Evrbit bzw. von dem gemeinschaftlichen VR Kino Erlebnis, das dadurch erzeugt werden kann. Sowas sollte es auch in Berlin (am besten in meiner Nähe (; ) und in anderen größeren Städten geben. Vielen, vielen Dank noch mal für die Einladung zu diesem besonderen Eröffnungs-Event!

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Saski

About the Author

Saski

Ich bin die Betreiberin vom Blog, YouTube-Kanal und Podcast von Saski's Nerdtalk. Ich bin gelernte Fachinformatikerin - Anwendungsentwicklung und arbeite seit 3 Jahren als Webentwicklerin in Berlin. Neben der Entwicklung von Websites begeistere ich mich für das Internet, die YouTube-Szene, Gadgets, Virtual Reality, Smartphones und einige Games.

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