So blockst du Apps auf deinem iPhone oder iPad

22. Juni 2020

Du möchtest Apps zeitweise blockieren, um dich selbst während einer wichtigen Aufgabe von ablenkenden Apps fernzuhalten oder um Mit-Nutzer deines iPads (z.B. Kinder oder andere Familienmitglieder) davon abzuhalten, sensible Apps wie deine private Notiz-App oder dein Adressbuch einzusehen?

Dann bist du hier genau richtig. Wir werden uns erst mit den verschiedenen Gründen für das Blockieren von Apps beschäftigen und für jeden Grund / Anwendungsfall die besten Herangehensweisen und Tipps durchgehen.

Aber erst mal die Kurzfassung: Du kannst Apps auf iPhone und iPad auf verschiedene Weisen blockieren, je nach dem welchen Zweck du damit verfolgst. Möchtest du Apps für Mit-Nutzer wie deine Kinder unzugänglich machen, nutze die „Bildschirmzeit“ Einstellungen. Wenn du Apps für dich selbst blockieren möchtest, kannst du spezielle Blocker-Apps verwenden.

Ok, lass uns jetzt ins Detail gehen, ich habe viele praktische Tipps für dich gesammelt.

Apps für unberechtigte Nutzer blockieren

Im ersten Teil dieses Artikels geht es darum, wie du Apps so blockierst, dass die darin enthaltenen Informationen nicht in die falschen Hände gelangen können (z.B. wenn dein Smartphone gestohlen werden sollte.

Beim Öffnen der App FaceID/Code erfordern

Du kannst in dein Einstellungen deines iOS Geräts unter „FaceID und Code“ (bei älteren Geräten „TouchID und Code“) auswählen, welche Apps dich beim Login nach eben diesen Dingen fragen darf.

Das wird zwar nicht von vielen Apps unterstützt (meistens kannst du da nur sicherheitsrelevante Apps wie Online Banking oder Passwortmanager auswählen) aber bietet ein gutes Stück mehr Sicherheit, da na nur du über dein Gesicht (FaceID) oder Fingerabdruck (TouchID) verfügst.

Jedes Mal Passwort abfragen lassen

Wenn du Apps wie soziale Netzwerke oder Online-Shops hast, kannst du bei vielen dieser Onlinedienste einstellen, das sie sich dein Login nicht merken, sondern dich jedes Mal aufs Neue nach deinem Passwort fragen. Ob und wie das geht, hängt ganz von der App ab, weshalb ich dir hier leider keine Schritt-für-Schritt Anleitung geben kann.

Jedes Mal das Passwort eingeben müssen, wenn man nur mal kurz Twitter checken oder den Lieferstatus einer Bestellung abfragen möchte, kann ein bisschen nervig sein. Dafür bekommst du aber auch die Sicherheit, dass ein eventueller Smartphone-Dieb nicht auf deine Kosten einkaufen oder in deinem Namen in sozialen Medien posten kann.

Daten deines Geräts bei Diebstahl oder Verlust löschen

Öffne bei deinem Gerät die App „Wo ist?“ und stelle sicher, dass alle deine Geräte dort aufgelistet sind. Wenn dir dein Smartphone oder Tablet mal aufgrund von Verlust oder Diebstahl abhanden kommen sollte, kannst du einfach auf „Gerät löschen“ klicken, um nicht nur Apps, sondern auch Kontakte, SMS & co. zu entfernen.

Das solltest du natürlich nur tun, wenn du ein Backup hast und du so gut wie sicher bist, dass du das Gerät nicht wiederfinden / zurück erhalten wirst. Denn sobald du das iPhone oder iPad löschst, wird es auch nicht mehr auf der Karte angezeigt und ku könntest nicht mehr nachweisen, dass es dir gehört (außer vielleicht wenn du dir die Seriennummer aufgeschrieben hast).

Apps für dich selbst blockieren

Du musst dich auf eine wichtige Aufgabe konzentrieren, fühlst dich aber von bestimmten Apps abgelenkt? Dann bist du damit nicht alleine.

Benachrichtigungen von Apps blockieren

Wenn es nur die Benachrichtigungen sind, die dich stören, dann kannst du einfach im Kontrollzentrum deines iPads oder iPhones den „Nicht stören“ Modus aktivieren. Dieser gilt aber nur, solange sich das Gerät im gesperrten Zustand befindet.

Alle Apps kurzfristig blockieren

Wenn du alle Apps für eine kurze Zeit blockieren möchtest, kannst du dein Smartphone oder Tablet natürlich ganz ausschalten, was aber nicht hilfreich ist, wenn du z.B. weiterhin für wichtige Anrufe erreichbar sein möchtest.

Fokus-Tracker Apps verwenden

Es gibt bestimmte Apps wie Forest oder Donut Dog, die dich motivieren, diese Apps für längere Zeit im Vordergrund laufen zu lassen. Sobald du eine andere App aufrufst, ist deine Fokus-Session vorbei und du verpasst deine virtuelle Belohnung (wie z.B. einen Baum, den du in deinen digitalen Wald pflanzen kannst. Diese Konzentrations-Tracker Apps blockieren andere Apps zwar nicht, geben aber spielerische Anreize, das Smartphone mal nicht zu nutzen.

App-Blocker Programme nutzen

Es gibt bestimmte Programme wie Freedom, bei denen du eine bestimmte Zeit festlegen kannst, in der alle oder manche Apps und Internetseiten für dich gesperrt werden sollen. Ich habe es mal ausprobiert und es klappt wirklich. Sobald ich am Computer eingestellt habe, das sich jetzt eine 60-minütige Arbeits-Session für diesen Blog habe, waren alle Apps auf meiner Blockier-Liste (z.B. Spiele) nicht mehr verfügbar.

Weitere Strategien

Neben diesen technischen Ansätzen kannst du dich auch ohne Blocking-App oder Fokus-Tracker davon abhalten, bestimmte ablenkende Apps zu nutzen, während du dich auf wichtigere Dinge konzentrieren möchtest:

  • Mach dir Ordner für bestimmte App-Ordner wie „Arbeit“, „Social Media“ oder „Spiele“ und lege für dich selbst Regeln fest, wann du Apps aus welchem Ordner öffnen kannst und wann nicht
  • Nutze Gewohnheits-Apps um Dinge wie „Stunden am Smartphone/Tablet“, „Facebook-freier Tag“ etc. zu tracken und so einen besseren Überblick über dein Nutzungsverhalten zu erhalten
  • Gehe in den Einstellungen auf den Namen der App und deaktiviere die Berechtigung, dir Benachrichtigungen zu schicken, um das Ablenkungspotenzial zu verringern
  • Starte eine Challenge mit Freunden: Jeder ermittelt per Bildschirmzeit die unproduktive App, die er oder sie am häufigsten nutzt und in den nächsten 7 Tagen vermeiden/reduzieren wird.
  • Führe Tagebuch darüber, in welchen Situationen dich welche App ablenkt und suche nach Lösungen (z.B. das Smartphone während dem Lernen oder Arbeiten in der Tasche zu behalten und nicht an den Schreibtisch mitzunehmen).

Das waren nur ein par Anregungen. Ich habe noch nicht alle davon ausprobiert und kann daher nicht garantieren, dass sie auch für dich funktionieren. Ich hoffe aber, sie haben dich auf einige Ideen gebracht.

Was sind deine Strategien und welche haben für dich funktioniert und welche nicht? Schreibe gerne einen Kommentar dazu unter diesem Artikel.

Alle Apps regelmäßig blockieren

Wenn du alle deine Apps regelmäßig für eine bestimmte Zeit blockieren möchtest (z.B. jeden Tag von 18-19 Uhr während dem Abendessen mit der Familie) kannst du dies unter Einstellungen->Bildschirmzeit->Auszeit festlegen.

Laut Apple sind in diesen bildschirmfreien Zeiten nur „von dir erlaubte Apps und Telefonanrufe verfügbar“. Du kannst aber auch bei einigen speziellen App-Blocker Programmen (siehe oben) Zeitpläne für regelmäßig wiederkehrende App-freie Zeiten festlegen.

Nur bestimmte Apps blockieren

Vielleicht musst du unterwegs am Smartphone oder Tablet arbeiten und willst deshalb nicht alle Apps blockieren, sondern nur die, die dich ablenken. Kein Problem: Hier einige Methoden um nur bestimmte iOS Apps zu blockieren.

App-Blocker mit White-/Blacklist konfigurieren

Oben habe ich ja schon mal über App-Blocker Software gesprochen. Die kennst du nicht nur so einstellen, dass alle Apps blockiert sind, sondern du kannst auch einrichten, dass bis auf wenige Apps alle erlaubt sind (Blacklist) oder dass bis auf wenige alle Apps blockiert sind (Whitelist).

Welche Optionen du hier genau hast, hängt davon ab welche Blocker-App du nutzt, weshalb ich dir zu diesem Thema leider keine genaue Anleitung geben kann.

„Bildschirmzeit“-Beschränkungen für bestimmte Apps einrichten

Wie bei anderen App-Blocker Programmen kannst du auch unter „Bildschirmzeit“ Whitelists und Blacklists anlegen und genau festlegen, wann welche Apps aktiviert oder geblockt sind. Mehr zur „Bildschirmzeit“ Funktion gibt es etwas weiter oben im Abschnitt „Alle Apps regelmäßig blockieren“.

Apps temporär deinstallieren

Wenn du eine App für mehr als nur 1-2 Stunden blockieren möchtest (z.B. Arbeits-Apps für die Dauer des Urlaubs entfernen), kannst du sie einfach deinstallieren. Dazu hältst du die App länger gedrückt, bis ein Kontextmenü erscheint, und tippst dann auf „Entfernen“ (je nach iOS oder iPadOS Version kann sich das Vorgehen jedoch leicht ändern).

Deine Daten sind meist in der Cloud gesichert, weshalb du die Daten in der App sofort wiederbekommst, wenn du sie mit einem Tap wieder installiert (gehe dazu in den App Store, suche den Namen der App und klicke dann auf das Download-Symbol – du musst dafür noch nicht mal FaceID/TouchID/Code angeben) und dich ggf. in die App einloggst.

Apps für 1-2 Wochen deinstallieren mache ich zwar nicht so häufig, wenn ich aber in einen längeren Urlaub gehe, deinstalliere ich die „Microsoft Teams“ App, um nicht in den Ferien ständig über Arbeits-Chats benachrichtigt zu werden.

Apps für deine Kinder/Familie blockieren

Du willst doch bestimmt nicht, dass dein dreijähriges Kind deine (vielleicht nicht ganz so kinderfreundlichen) Lieblingsspiele auf dem iPhone oder iPad spielt oder dein neunjähriges Kind deine privaten Notizen liest. Ich selbst habe zwar keine Kinder, weshalb ich das Thema nicht aus pädagogischer sondern nur aus technischer Sicht beleuchten werde. Fangen wir an.

Wenn sie das gleiche Gerät nutzen wie du

Dann kannst du einfach die „Bildschirmzeit“ auf deinen Geräten einrichten, um Inhalt (Apps, iBooks, Nachrichten etc.) und Zeiten zu beschränken. Aber natürlich willst du nicht selbst von diesen Beschränkungen betroffen sein.

Deswegen kannst du dir (auch in den Einstellungen von „Bildschirmzeit“) einen Entsperr-Code einstellen, den du eingibst, wenn du selbst gesperrte Apps öffnen oder das Gerät außerhalb des Zeitlimits nutzen möchtest. Diesen Code musst du dann natürlich für dich behalten, wenn du nicht möchtest, dass deine Kinder die Beschränkungen auch umgehen können.

In diesem Bereich sehe ich aber eine kleine Schwäche von iOS: Andere mobile Betriebssysteme wie Android oder Windows Phone ermöglichen mehrere Benutzer-Accounts auf dem gleichen Gerät, wodurch du Beschränkungen für die Kinder-Accounts einrichten kannst ohne auf deinem eigenen Account ständig den Entsperr-Code eingeben zu müssen. Bleibt zu hoffe, dass Apple auch irgendwann iOS und iPadOS eine Multi-User Funktion spendiert.

Wenn sie eigene iPhones/iPads haben

Um Bildschirmzeit-Einstellungen für deine Familie / deine Kinder einzurichten, musst du Familienfreigabe aktiviert haben. Dazu gehe in den Einstellungen erst auf Apple ID und dort auf „Familienfreigabe einrichten…)“.

Wenn die iOS Geräte deiner Familie der Familienfreigabe beigetreten sind, kannst du sie einfach unter „Bildschirmzeit“ auswählen und dann für sie die Einstellungen vornehmen. Ich würde aber an deiner Stelle keine Beschränkungen für deinen Partner oder deine bereits erwachsenen Kinder einstellen, ohne sie vorher gefragt zu haben.

ich persönlich wäre sauer, wenn mich meine Eltern zur Familienfreigabe einladen, nur um mir als 29-jährige, also erwachsene, Tochter irgendwelche App-Einschränkungen aufzuerlegen.

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Blockieren von Apps

Ich habe für 2-3 Wochen mal eine App-Blocker Software getestet, habe nach der Probephase aber nicht weiter gemacht, weil ich merkte, das sich das Einschalten des Blockers oft vergaß. wenn ich mich auf eine Aufgabe konzentrieren wollte, habe ich gleich mit der Arbeit losgelegt ohne zuvor den App-Blocker zu aktivieren. Seitdem nutze ich kein Blocker-Tool mehr.

Nach dem Schreiben dieses Artikels denke ich darüber nach, Social Media Apps mal von 22 bis 8 Uhr jede Nacht zu blocken und zu schauen, ob ich dadurch früher einschlafe, weil ich nicht mehr auf Twitter oder YouTube scrolle, wenn ich nicht gleich einschlafen kann. Was denkst du? Hast du damit schon Erfahrungen gemacht?

Da ich alleinstehend bin musst eich mir bisher auch noch keine Gedanken über eine „Kindersicherung“ für iPhone und iPad machen. Für den Schutz meiner Daten bei Diebstahl habe ich „Wo ist?“ (ehemals „Find my iPhone) und würde „dieses Gerät löschen“ nutzen, um alle Daten zu entfernen, da ich dank iCloud ein Backup habe.

Fazit

Es gibt so viele verschiedene Situationen, in denen man Apps blockieren möchte und fast genau so viele Ansätze, um dies zu erreichen. Ich konnte dir deswegen in diesem Artikel kein Patentrezept liefern, das für alle Apps und alle Situationen gilt, hoffe aber, dass ich dir hilfreiche Anhaltspunkte mit auf den Weg geben konnte.

Die eigene Lebenszeit ist so wertvoll, weshalb selbst ein Technikfan wie ich sagt, dass man sie nicht am Smartphone oder Tablet „verdaddeln“ sollte. Auch ich muss da noch an mir arbeiten, weil ich an den Wochenenden zu viel YouTube schaue.

Lass uns die digitale Technik nutzen um unsere Ziele zu erreichen, anstatt Technologie für die Verschwendung unwiederbringlicher Lebenszeit einzusetzen. Lasst uns YouTube Videos produzieren, statt sie stundenlang zu schauen, Spiele programmieren statt sie nur zu spielen und auf Social Media hilfreiche Inhalte posten, statt nur durch endlose Feeds zu srollen!

Jetzt bist du gefragt!

Hast du schon Erfahrungen mit dem Blockieren von Apps gemacht? Wenn ja, gib sie den anderen Lesern und mir gerne weiter.

Welche Tools und Methoden dafür gefallen dir am besten? Worüber soll ich als nächstes schreiben?

Lasse mir gerne einen Kommentar dazu unter diesem Artikel da oder sprich mich einfach auf Social Media unter dem Unsername @SaskisNerdtalk an.

Vielen Dank für’s Lesen und bis bald,

Deine Saski von Saski’s Nerdtalk

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Saski

About the Author

Saski

Ich bin die Betreiberin vom Blog, YouTube-Kanal und Podcast von Saski's Nerdtalk. Ich bin gelernte Fachinformatikerin - Anwendungsentwicklung und arbeite seit 3 Jahren als Webentwicklerin in Berlin. Neben der Entwicklung von Websites begeistere ich mich für das Internet, die YouTube-Szene, Gadgets, Virtual Reality, Smartphones und einige Games.

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