Virtual Reality ohne PC – was du wissen solltest

Du denkst, dass du einen teuren High-End Gaming PC brauchst, um in virtuelle Realitäten einzutauchen? Keinesfalls“ In diesem Artikel zeige ich dir die verschiedenen PC-unabhängigen Virtual Reality Optionen, jeweils mit ihren Stärken, Schwächen, Headset-Empfehlungen und – am wichtigsten, die Spiele, die du ohne PC in VR spielen kannst.

Da ich wahrscheinlich in den nächsten Monaten auf einen Cloud-basierten Gaming-PC umsteige (mehr zu Cloud Gaming hier), um auch an meinem Hauptcomputer, meinem MacBook Pro, zocken zu können, beschäftige ich mich gerade viel mit PC-unabhängigem VR. Denn an einen Cloud-PC kann man ja kein Headset anstöpseln, möchte als VR-Enthusiast aber trotzdem Spiele, Filme und Apps in VR erleben.

Hier habe ich die Ergebnisse meiner letzten Wochen sowie meine eigenen Erfahrungen mit Mobile-VR für dich kompakt zusammengefasst, damit du nicht so viel googeln musst, wie ich. Legen wir los!

Mobile VR

Im Kontext dieses Artikels kannst du unter Mobile VR die Virtual Reality Produkte und -Erlebnisse verstehen, die mit oder auf deinem Smartphone laufen.

Wie es funktioniert

Die Funktionsweise von mobiler (Smarphonebasierter) VR ist ganz einfach – du brauchst nur eine ganz einfache VR Brille, die es schon für 20-30€ bei Amazon gibt – und natürlich dein Smartphone

Das Headset

Smartphone-VR Headsets haben selbst nur die Funktion, das Bild für jedes Auge separat zu halten und dir eine Halterung für dein Smartphone zu bieten, so dass jedes Auge jeweils eine Hälfte deines Smartphone-Bildschirms sieht.

Dein Smartphone

Dein Smartphone macht die ganze Arbeit. Es führt die Spiele und Apps aus (ganz normale Smartphone-Apps), die im VR-Modus zwei verschiedene Ansichten generieren – eine für das linke und eine für das rechte Auge. Bewegungs-Tracking deines Kopfes und ähnliche Funktionen werden durch die diversen Sensoren deines Smarphones übernommen – im Headset selbst steckt meist gar keine oder nur sehr wenig Technik

Vorteile

Jetzt wo du die Funktionsweise kennst, können wir uns die Vorteile bzw. Stärken dieser VR-Variante anschauen:

Günstig und so für fast jeden zugänglich

Eine VR-Brille fürs Smartphone gibt es, wie gesagt, schon für 20-30 Euro und fast jeder hat ein eigenes Smartphone. Im Vergleich dazu sind die Kosten für High-End VR Headsets eine große Einstiegshürde, da man nicht nur eine Virtual Reality Brille für 400-1000€ sondern dazu auch noch einen VR-fähigen PC oder eine aktuelle Konsole braucht.

VR Headset braucht keinen Akku

Da das VR Headset selbst nur als Halterung fürs Smartphone dient und sonst meist keine eigene Elektronik enthält, musst du dir auch keine Gedanken darüber machen, dass dir die Batterie der Virtual Reality Brille leer gehen könnte – dafür könnte dir das beim Smartphone passieren – dazu aber später bei den Nachteilen mehr.

Viele Apps und Spiele

Es gibt so viele Smartphone-Apps und einige Anbieter solcher Apps und Spiele haben einen Virtual Reality Modus entwickelt. Es gibt aber auch Games und Anwendungen fürs Smartphone, die speziell als VR-Erlebnis konzipiert worden. Es gibt für jeden Geschmack etwas – von YouTube Videos in 360 Grad bis hin zu diversen VR-Achterbahnen ist einiges dabei. Da die App Stores ein so offener Ort für Entwickler sind, finden sich aber auch viele kurzlebige Demos oder „verbuggte“ Spiele darunter, worauf ich später noch genauer eingehen werde.

Gut zum Testen

Die Anschaffung eines High-End VR Headsets ist eine Anschaffung, die gut überdacht sein sollte. Wer also Sorgen hat, dass er oder sie schnell an „Simulations-Übelkeit“ leidet oder mit VR aus anderen Gründen vielleicht nicht zurecht kommt, für den ist ein günstiges Smartphone VR-Headset eine risikoarme Testmöglichkeit.

Anfängerfreundlich

Bei High-End Systemen wie z.B. der HTC Vive musst du erst mal kleine Geräte in deiner Wohnung montieren, die das Tracking deiner Bewegung im Raum ermöglichen und den Rand des Spielbereichs markieren – bei VR Headsets für dein Smartphone fallen keinerlei solcher Installationsschritte an – einfach eine VR-App deiner Wahl öffnen, Smartphone ins Headset einlegen und sofort starten. Diese Benutzerfreundlichkeit zahlt sich vor allem für VR-Anfänger und Menschen aus, die sich nicht so gut mit Technik auskennen.

Nachteile

Wie vorhin mehrfach angedeutet, hat Mobile VR auch einige Nachteile bzw. Schwächen, über die ich dich jetzt informieren möchte.

Wenig vollwertige VR-Spiele

Es gibt zwar VR-Apps von Videoplattformen und Fernsehsendern sowie VR-Achterbahnen und -Minispiele, jedoch wenige vollwertige VR-Spiele, wie du sie von Steam VR für PC kennst.

Smartphone läuft schnell heiß

Durch den Berechnungsaufwand für zwei separate Bilder statt nur einem und andere Faktoren wie der geringen Belüftung in einem Smartphone-VR Headset kann dein Smartphone nach einer Weile heiß laufen, was für beschlagene Linsen des Headsets sowie für eine kürzere Akkulaufzeit sorgen kann.

Geringere Auflösung

Da deine Augen jetzt viel näher am Bildschirm sind und jedes Auge nur die Pixel einer Bildschirmhälfte sieht, kann das Bild etwas verschwommen aussehen oder du kannst sogar die einzelnen Pixel erkennen. Solche Dinge können manchmal vom Spielerlebnis ablenken. Ich kann dieses Thema aber nicht beurteilen, weil ich so geringe Sehkraft habe, dass mir Probleme mit der Auflösung nicht auffallen würden.

Viele mögliche Ablenkungsquellen

Dein Smartphone ist auch in einem Mobile.VR Headset weiterhin ein Smartphone – du könntest also mitten in einem VR-Film einen Anruf erhalten oder in einem spielentscheidenden Moment durch eine Social Media Benachrichtigung abgelenkt werden. Einiges davon kann man (je nach mobilem Betriebssystem) ausschalten, manches aber auch nicht.

Kein „Roomscale“ VR

Dein Smartphone kann nur diene (Kopf-)Bewegungen tracken, nicht aber deine Position im Raum. Du kannst deshalb nicht in VR Apps herumlaufen, dich ducken oder im Allgemeinen von den immersiven Bewegungsfreiheiten von „Roomscale VR“ profitieren, wie sie in PC VR aber auch modernen Standalone VR Headsets vorhanden sind.

Wenn dich diese Nachteile nicht abschrecken, wird es Zeit dir einige VR Headsets fürs Smartphone vorzustellen. Schau aber vor dem Kauf, ob auch dein Smartphone-Modell kompatibel ist – es gibt nämlich verschiedene Größen der Smartphone-Haltevorrichtungen.

Headset-Empfehlungen

DA das Headset keine eigene Elektronik hat, kannst du hier nicht viel falsch machen – nimm einfach eines, das für die Größe deines Smartphone passt. Hier die Smartphone-VR Headsets, die ich bisher benutzt oder an Freunde und Familie verschenkt habe:

Kompatible Apps und Spiele

Welche VR-fähigen Apps und Spiele du zur Verfügung hast, hängt von deinem mobilen Betriebssystem und der Leistungsfähigkeit deines Smartphones ab. Für iOS gibt es YouTube 365, ZDF 365 und diverse kleine Spiele wie inMind VR, Flappy Bird VR, Runner VR, Gravity Pull VR und diverse Achterbahnen und Tech Demos.

Meine eigenen Erfahrungen

Ich nutze Smartphone-VR schon seit knapp zwei Jahren, jedoch sehr selten (vielleicht alle 3-4 Monate mal) weil die Spiele oder Videos für Smartphone–VR relativ kurz sind. Wenn man ein bisschen sucht, findet man aber wirklich gut gemachte VR-Videos und -Filme, in denen man mal ganz andere Perspektiven einnehmen kann. Ich würde Smartphone.VR eher für Fans von 360 Grad Filmen und -Videos sowie Einsteigern empfehlen, nicht unbedingt VR-erfahrenen Hardcore-Gamern.

Standalone VR Headsets

Begeisterst du dich für VR-Games oder hast allgemein etwas höhere Ansprüche an VR, möchtest aber nicht auf einen High-End PC angewiesen sein, dann sind Standalone VR Headsets vielleicht etwas für dich.

Wie es funktioniert

Das Funktionsprinzip ist Smartphone-VR in einigen Punkten ähnlich – bei Standalone-Headsets ist das „Smartphone“ hier schon fest verbaut. Z.B. hat das beliebteste VR-System dieser Kategorie, die Oculus einen Smartphone-typischen Prozessor und ein Smartphone-Betriebssystem (eine abgewandelte Version von Android).

Jedoch geht die Funktionalität hier über Smartphone-Technik hinaus, da z..B. dein Position im Raum von mehreren Kameras direkt im Headset getrackt wird und sowohl Display als auch Betriebssystem und Hardware für Virtual Reality optimiert wurde. Und das Best: keine Anrufe oder SMS mitten in einem VR-Erlebens.

Vorteile

Kommen wir auch hier zu den diversen Vorteilen – mindestens einer davon wird dich bestimmt positiv überraschen.

Vollwertige VR-Anwendungen und -Games

Für All-in-One VR Headsets wie die Oculus Quest (oder Oculus Go, welche aber nicht mehr produziert wird), kannst du vollwertige VR-Titel wie z.b. Beat Sabor VR, Job Simulator oder The Climb spielen. Das sind keine Minispiele oder Tech-Demos wie bei Smartphone-VR, sondern richtige Spiele mit mehreren Stunden Content. Das einige Problem ist, dass du neben dem nicht ganz billigen Headset für die Spiele noch mal extra Geld bezahlen musst – zu den Kosten aber später bei den Nachteilen mehr.

Roomscale VR

Während Smartphone-VR nur deine Kopfbewegung und Drehungen trackt, kannst du dich mit All-in-One bzw. Standalone-Headsets in einer vorher definierten Fläche bewegen. Ob du einige Schritte gehst, dich bei einem Action-Spiel hinter ein Objekt duckst oder in einem Musik-Spiel hüpfst und tanzt – das Headset wird deine Bewegungen in die Spielwelt übertragen, was das Spielerlebenis noch viel immersiver macht.

Mal mit, mal ohne PC

Jetzt kommt das Beste – was ich auch erst vor wenigen Tagen rausgefunden habe. Einige All-in-One VR-Systeme ermöglichen es dir, dein Headset mit deinem PC zu verbinden und so auf alle Steam-VR Spiele zuzugreifen, die du dir gekauft hast. Du kannst mit diesen Headsets also mal mit und mal ohne PC in VR zocken.

Nachteile

Auch wenn ich sehr begeistert bin und mir unbedingt eine Oculus Quest holen möchte (auch wenn ich den Konzern dahinter, Facebook, überhaupt nicht mag), haben die Technologien hinter den diversen Standalone VR Headsets auch ihre Schattenseiten.

Geringere Performance im Vergleich zu PC VR

Da die Spiele auf dem Headset selbst laufen und in so eine VR-Brille nicht die Hardware eines High-End PCs passt, musst du bei der Grafik und ggf. der Framerate einige Kompromisse in Kauf nehmen.

Um einiges teurer als Smartphone-VR

Wenn du bereits ein Smartphone hast, ist der Einstieg in Smartphone-VR nur eine Sache von 20-30 Euro, höchstens vielleicht 150 Euro bei höherwertigen Smartphone-VR Systemen wie der Samsung Gear VR. Im Vergleich dazu kostet eine All-in-One VR Brille um die 350-550 Euro – ohne Spiele.

Was die Kosten der Spiele angeht, gehe ich jetzt mal von der Oculus Quest aus, da dieses Headset im All-in-One Segment am beliebtesten ist. Für dieses Headset kosten Spiele oft um die 20-30 Euro, manchmal aber auch darüber oder darunter. Das Headset + 3-4 Spiele kann zusammen also schon mal 550-650 Euro kosten – aber zumindest musst du dir keinen teuren Gaming-PC kaufen, wie er für HTC Vive & co. erforderlich ist.

Batteriedauer ist auf 2-3 Stunden begrenzt

Während andere VR-Headsets ihre Energie vom verbundenen Gerät wie einem PC oder einer Konsole beziehen, sind Standalone-Headsets auf einen Akku angewiesen, der nur wenige Stunden hält. Ich finde das nicht so schlimm, da ich normalerweise eh nur 30-60 Minuten am Stück in VR verbringe, man sollte diese Schwäche von All-in-One VR-Systemen aber kennen, bevor man sich für ein solches Gerät entscheidet.

Headset-Empfehlung

Der absolute Marktführer im All-in-One / Standalone Bereich ist die Oculus Quest. Das VR-System ist nicht nur PC-unabhängig und portabel, sondern bietet auch viele Spiele und Anwendungen im Oculus Store. Zusätzlich sind in den letzten Monaten viele Updates wie z.B. Hand-Tracking dazu gekommen, für die es keine Veränderung der Hardware, sondern nur ein Software-Update braucht. Nachdem ich dutzende Videos zu dem Gerät gesehen habe, sowohl positive als auch kritische, muss ich mich sehr zusammenreißen, sie nicht sofort zu bestellen – ich sollte mir lieber Zeit lassen, die Anschaffung gut überdenken… dabei bin ich doch so hyped…

Verfügbare Spiele

Du bist bei All-in-One Headsets meist an den Store des jeweiligen Anbieters / Herstellers gebunden. Davon ist dann auch abhängig, welche Spiele und Apps du mit deinem VR-Headset nutzen kannst. in VR Stores wie dem Oculus Store gibt es von Action Adventures über Sportspiele bis hin zu Simulationen und Puzzles fast alle.

Eigene Erfahrungen

Ich habe bei Events schon viele VR-Headsets ausprobieren können – von der Gear VR über die Playstation VR bis hin zu meinem Favoriten – der HTC Vive. Leider habe ich aber noch keine PC- oder Konsolen-Unabhängige VR-Brille ausprobieren können. Ich hoffe, das wird sich bald ändern

Weitere Methoden für PC-unabhängige VR-Erlebnisse

Smartphone- und Standalone-VR Headsets sind die zwei am meisten verbreiteten Ansätze, um Virtual Reality ohne PC zu erleben. Es gibt aber noch einige weitere Möglichkeiten – z.B. Virtual Reality für die Spielekonsole wie bei Playstation VR. Welche anderen PC VR Alternativen kennst du noch? Schreibe gerne einen Kommentar dazu.

Fazit

Heutzutage ist ein leistungsstarker Gaming-PC nicht mehr Einstiegsvoraussetzung, um Virtual Reality im eigenen Wohnzimmer erleben zu können. Es gibt einige gute Alternativen zu Virtual Reality für den PC und ich hoffe, dass sich in der nahen Zukunft noch weitere Optionen auftun werdne. Wir dürfen gespannt sein.

Jetzt bist du gefragt

Was denkst du über PC-VR Alternativen? Welche Gräte und Technologien gefallen dir am besten? Welche Spiele und Anwendungen kannst du empfehlen und was für VR-Erfahrungen hast du bisher gemacht? Wurüber soll ich als nächstes schreiben? Schreibe es mir gerne in die Kommentare oder kontaktiere mich auf Social Media unter @SaskisNerdtalk, damit wir uns über VR austauschen können.

Vielen Dank für’s Lesen und bis bald,

deine Saski von Saski’s Nerdtalk

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Saski

About the Author

Saski

Ich bin die Betreiberin vom Blog, YouTube-Kanal und Podcast von Saski's Nerdtalk. Ich bin gelernte Fachinformatikerin - Anwendungsentwicklung und arbeite seit 3 Jahren als Webentwicklerin in Berlin. Neben der Entwicklung von Websites begeistere ich mich für das Internet, die YouTube-Szene, Gadgets, Virtual Reality, Smartphones und einige Games.

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